In früheren Zeiten war eine Männerchorreise die einzige Möglichkeit, aus dem Dorf auszubrechen und in die Ferne zu schweifen. Heute ist solches nicht mehr vonnöten. Die Ferne ist bereist, der Reiz des Exotischen verflogen.
Auch im Männerchor Kirchberg ist es eine lange Zeit her mit der letzten Reise gewesen. Doch anlässlich der Jahressitzung 2017 wurde der Ruf nach einer Wiederbelebung dieser Tradition laut. Zwei Sänger haben sich dem Ansinnen angenommen und eine kleine, jedoch feine Reise organisiert. Nicht die weite Ferne lockte, sondern ein nahes Gebiet, welches jedoch den meisten Männerchörlern unbekannt gewesen ist – die beiden Frenkentäler (Waldenburger- und Reigoldswilertal) im idyllischen Oberbaselbiet.
Mit dem ersten Halt auf der Passhöhe Langenbrucks gab’s die ersten spannenden Hintergrundinformationen über diesen ehemaligen Luftkurort. Damaliger Werbeslogan: «Fühlst Du mal des Lebens Druck, erhole Dich in Langenbruck». Langenbruck war auch jahrzehntelang bekannt als schneesicherer Skiort und Schanzendorf. Auf der ehemaligen » Freichelenschanze sind so manche nationalen und internationalen Könner gesprungen. Schanzenrekord: 83 m.
Im schmucken » Industriemuseum in Niederdorf liessen sich die Männerchörler über die industrielle Revolution im Waldenburgertal aufklären: Florierende Uhrenindustrie, aber auch – und das war für die meisten eine Überraschung – der Start von Implantologie und Osteosynthese (» Straumann).
Auf Schuster’s Rappen ging’s dann ins lauschige » Wildensteingebiet ob Bubendorf. Der imposante » Eichenhain – wohl der älteste Europas – konnte so manchen Sänger beeindrucken. Weiter dann ins andere der beiden Frenkentäler: Das » Fünflibertal war einst eine Hochburg der Heimposamenterei (Seidenbandweberei) und prägte das Tal über mehrere Jahrhunderte.
Hoch hinauf zur » Wasserfallen mit der Gondelbahn und eine halbstündige Wanderung auf die Waldweide bildeten den Abschluss der Reise. Nicht ganz: Die Männerchörler, unterdessen durstig und hungrig geworden, liessen sich im Berggasthof Waldweide lukullisch verköstigen.
Dann hiess es Abschied nehmen vom Baselbiet.
Schloss Wildenstein
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